Auf ZEITonline schreibt Maximilian Probst über die Problematik des Tyrannenmordes am Beispiel der Tötung von Gadhafi. Und er holt weit aus, um seine Argumentation zu stützen. Tyrannenmord ist problematisch und erzeugt selber wieder Gewalt - so seine These. Und in den Leserbriefen erntet er entschiedene Zustimmung.
Seine Argumentation ist freilich mehr als abenteuerlich, sie stimmt hinten und vorne nicht. Zunächst einmal geht es beim Tyrannenmord nicht um den Mord an einem Menschen, der einmal Tyrann gewesen ist, sondern um den Mord an einem herrschenden Tyrannen. Das war im vorliegenden Beispiel nicht (mehr) der Fall. Gadhafi war gefangen, als er zu Tode kam. Es handelt sich also vermutlich um einen Racheakt an einem früheren Tyrannen, der von keiner Rechtsposition gedeckt ist. Was es aber nicht war: ein Tyrannenmord.
Probst verweist nun auf - wie er so schön schreibt - archaische Beispiele, die die Problematik des Ganzen zeigen sollen. Und natürlich ist das Alte Testament voller solcher Geschichten. Klar, wenn schon falsch argumentieren, dann aber richtig.
Judith etwa sei eine Rächerin, die einen Tyrannen ermordet habe. Nun, das Judithbuch ist eine deuterokanonische Erzählung eines unterdrückten Volkes, die mit historischen Realitäten wenig zu tun hat (und dies auch in der Erzählung deutlich macht). Judith tötet keinen Tyrannen, sondern einen feindlichen Feldherrn, der gerade mit einer Übermacht die kleine Stadt, in der sie lebt, bedroht. Tyrannenmord ist der Aufstand des Volkes gegen den eigenen Herrscher. Damit hat Judith aber auch gar nichts zu tun. In der Poetik des Judithbuches rettet der Einsatz einer einzelnen Frau einem ganzen Volk die Freiheit und verhindert zahlreiche Tote. Dies mit der Tötung Gadhafis in Zusammenhang zu bringen ist geballter Unsinn und fördert bloß Vorurteile.
Gadhafis Tod in der Gefangenschaft ist ein Skandal, aber er wird untersucht und beurteilt werden.
30 Oktober 2011
28 Oktober 2011
Die Wiederkehr der Religion
J.M. Coetzee in der NZZ über die Wiederkehr der Religion:
"Nach wie vor überraschend und beängstigend ist freilich die Tatsache, dass die Religion heute in Formen zurückkehrt, die dem Intellekt derart feindlich sind. Es ist, als hätten Jahrhunderte intelligenten und oft tiefschürfenden theologischen Denkens (ich spreche hier von der jüdisch-christlichen Tradition, der einzigen, mit der ich wirklich vertraut bin) keinerlei Wirkung gezeitigt; als wäre nichts davon aus den Universitäten und theologischen Schulen ins Leben der gewöhnlichen Gläubigen gedrungen."
"Nach wie vor überraschend und beängstigend ist freilich die Tatsache, dass die Religion heute in Formen zurückkehrt, die dem Intellekt derart feindlich sind. Es ist, als hätten Jahrhunderte intelligenten und oft tiefschürfenden theologischen Denkens (ich spreche hier von der jüdisch-christlichen Tradition, der einzigen, mit der ich wirklich vertraut bin) keinerlei Wirkung gezeitigt; als wäre nichts davon aus den Universitäten und theologischen Schulen ins Leben der gewöhnlichen Gläubigen gedrungen."
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Ansicht
04 Oktober 2011
01 Oktober 2011
Heft 73 von tà katoptrizómena ist erschienen!
trägt den Titel
Von Höhlen und Inseln
und enthält folgende Beiträge:
EDITORIAL
Die 54. Biennale in Venedig
Spaziergänge auf der Insel der Kunst
Andreas Mertin
Höhlen und Lichter
Tintoretto - Drei Gemälde
Andreas Mertin
Gattungshöhlen der Menschheit
Vom Sinn und Nutzen der Museen
Andreas Mertin
Henner Herrmanns
Glimmers in the Dark
Cinema, Religion, and Paleolithic Cave Art
Anthony R. Mills
Christliche Hoffnung angesichts des Todes
- Teil I
- Teil II
Stefan Schütze
„Da ist das Meer so groß und weit ...“
Vier Seepredigten über Natur-und Glaubenserfahrung
Hans-Jürgen Benedict
Bericht aus dem Themenfeld Film vom Kirchen-Kultur-Kongress
Dietmar Adler
Illusionen von Wirklichkeit
Joel Sternfeld – Farbfotografie seit 1970
Barbara Wucherer-Staar
Partizipation
ALL-OVER Magazin für Kunst und Ästhetik
Karin Wendt
Kunst im Leben der Kirche
Eine kritische Auseinandersetzung
Andreas Mertin
Videoclips XXVIII
Besprechungen ausgewählter Musikclips
Andreas Mertin
Warum ich nicht am Kulturkongress der EKD teilgenommen habe
Andreas Mertin
Geschichten von Herrn Tur Tur
Konfessionsnarreteien
Andreas Mertin
VIEW
Die 54. Biennale in VenedigSpaziergänge auf der Insel der Kunst
Andreas Mertin
Höhlen und Lichter
Tintoretto - Drei Gemälde
Andreas Mertin
Gattungshöhlen der Menschheit
Vom Sinn und Nutzen der Museen
Andreas Mertin
- Pausanias: Die Höhle des Trophonius
- Richard Volkmann: Timarchos in der Höhle des Trophonius
Henner Herrmanns
Glimmers in the Dark
Cinema, Religion, and Paleolithic Cave Art
Anthony R. Mills
Christliche Hoffnung angesichts des Todes
- Teil I
- Teil II
Stefan Schütze
„Da ist das Meer so groß und weit ...“
Vier Seepredigten über Natur-und Glaubenserfahrung
Hans-Jürgen Benedict
RE-VIEW
Kirche und Film - eine BaustelleBericht aus dem Themenfeld Film vom Kirchen-Kultur-Kongress
Dietmar Adler
Illusionen von Wirklichkeit
Joel Sternfeld – Farbfotografie seit 1970
Barbara Wucherer-Staar
Partizipation
ALL-OVER Magazin für Kunst und Ästhetik
Karin Wendt
Kunst im Leben der Kirche
Eine kritische Auseinandersetzung
Andreas Mertin
Videoclips XXVIII
Besprechungen ausgewählter Musikclips
Andreas Mertin
POST
Ars gratia artisWarum ich nicht am Kulturkongress der EKD teilgenommen habe
Andreas Mertin
Geschichten von Herrn Tur Tur
Konfessionsnarreteien
Andreas Mertin
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Theomag
31 Juli 2011
Heft 72 von tà katoptrizómena ist erschienen!
trägt den Titel
Krankheit und Gesundheit
und enthält folgende Beiträge:
EDITORIALVIEW
Wie kann man über sein Leiden lachen?Die Verarbeitung von Krankheit und Endlichkeit mit Humor: Beispiele aus dem Werk Robert Gernhardts
Hans Martin Dober
Grasbüschel
mit Zeichnungen von Benita Joswig und Barbara Bux
Krankheit und Gesundheit im Blätterwald der Zeitschriften
Eine kultursoziologische und religionshermeneutische Analyse
Christian Mulia
„A Beautiful Mind“
Krankheit und Gesundheit im Film
Inge Kirsner
Krankheit und Gesundheit bei Nick Cave
Matthias Surall
Darf man heute überhaupt noch krank sein?
Die Bedeutung der Rechtfertigung für die Werbung
Denise Groth
RE-VIEW
Von einem, der auszog, das Fürchten zu lehrenOder: Was passiert, wenn man Islamkritiker wörtlich nimmt
Andreas Mertin
Last Day Angel
Zur aktuellen Ikonographie des Religiösen V
Andreas Mertin
Next Eminem
Ein Blick auf 'Space Bound'
Andreas Mertin
POST
Ganz AltesEine Glosse
Andreas Mertin
Label:
Theomag
01 Juni 2011
Heft 71 von tà katoptrizómena ist erschienen!
trägt den Titel
50 Jahre danach: Kunst und Kirche
und enthält folgende Beiträge:
EDITORIALVIEW
ZeitläufteKunst und Kirche vor 50 Jahren
Andreas Mertin
Kunst-Diskurse vor 1950
Andreas Mertin
'Christliche Möglichkeiten glaubensloser Künstler'
Das französische Reformprojekt
Horst Schwebel
Expressionismus als religiöser Stil?
Paul Tillich und die Bildende Kunst
Andreas Mertin
Kunsthistorische und theologische Neubewertungen
Eveline Valtink
Kunst als Entlarvung der Wirklichkeit
Hans-Eckehard Bahrs "Poiesis"
Horst Schwebel
Abschied vom Sakralen
Karl Ledergerbers Plädoyer für religiöse Kunst
Andreas Mertin
Autonome Kunst im Raum der Kirche
Das vorläufige Ende einer Debatte
Andreas Mertin
RE-VIEW
Himmelsstürmer 2011Begegnungen
Andreas Mertin
Religion als Kunst - im Unterricht
Eine Rezension
Andreas Mertin
Religionspädagogik zwischen 1933 und 1945
Eine Buchvorstellung
Andreas Mertin
Böser Kitsch, Fame Hooker
Maria Magdalena, Jady Gaga und Judas
Andreas Mertin
POST
Von der Notwendigkeit der Erinnerungund der Kunst des Vergessens und Vergebens
Hans-Jürgen Benedict
Antijudaismus praktisch
Vom Wuchern eines Stereotyps
Andreas Mertin
Label:
Theomag
16 Mai 2011
13 Mai 2011
01 April 2011
Heft 70 von tà katoptrizómena ist erschienen!
trägt den Titel
Gefühl(e)
und enthält folgende Beiträge:
EDITORIAL
VIEW
Gefühl und ReligionAnmerkungen zur Aktualität eines zu wenig beachteten Zusammenhangs
Jörg Herrmann
Holywood
Wenn die Kirche das Wohlgefühl in die Hand nimmt
Andreas Mertin
Warengruppe 481
Der Boom der Lebenshilfebücher
Jürgen Bolz
Wenn Religion die Vernunft respektiert
Perspektiven liberaler Theologie
Wilhelm Gräb
Der christliche Glaube als gefühlte „innere Wahrheit"
Eine Entdeckung Lessings
Hans-Jürgen Benedict
Motion and Emotion
Theologische Ouvertüre zum Thema Tanz und Religion
Harald Schroeter-Wittke
Untugenden
Was kann und was darf Kirchenkritik heute?
Andreas Mertin
RE-VIEW
Gefühl im SpiegelNachrichten aus dem katoptrischen Universum
Andreas Mertin
Für jedermann: Transzendenz und Öffentlichkeit
Stichworte zu HAP Grieshabers Totentanz von Basel
Barbara Wucherer-Staar
Sakralität und liturgischer Raum
Buchvorstellungn
Andreas Mertin
POST
„Die schrecklichste Form der Blasphemie“Eine Glosse
Andreas Mertin
most art says nothing to most people
Vom Verfall der Kunstkritik
Andreas Mertin
Label:
Theomag
26 März 2011
Bitte
unterstützen Sie den Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo durch Ihre Unterschrift!
Herta Müllers Aufruf
Und hier der Appell zum Unterzeichnen
Herta Müllers Aufruf
Und hier der Appell zum Unterzeichnen
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Ansicht,
Gesellschaft,
Kritik
07 März 2011
Guttenbergs Vorbild
Man könnte Kanye West und seinen Arbeitsstil als jenes popkulturelle Vorbild bezeichnen, das Guttenberg vorschwebte, als er sich bedenkenlos bei fremden Quellen bediente:
Nur ist in der Wissenschaft nicht erlaubt, was in der Popkultur Usus ist.
Nur ist in der Wissenschaft nicht erlaubt, was in der Popkultur Usus ist.
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Ansicht,
Gesellschaft,
Kritik
Deutsche Popkultur
Außerordentlich lesenswert: Volker Zastrow in der FAZ über "Wie Ken den Kopf verlor. Guttenbergs verschleppter Rücktritt"!
Label:
Ansicht,
Gesellschaft,
Kritik
06 März 2011
Islamdebatte
Nach einer Meldung des rbb hat Berlins Landesbischof Markus Dröge die aktuelle Diskussion über die Integration von Muslimen in Deutschland kritisiert. Er sei erschrocken, wie schnell gute Ansätze wieder in Frage gestellt würden, sagte er am Sonntag in seiner Predigt in der Berliner Marienkirche. Hilfreich sei dies nicht.
Der Landesbischof sagte zudem, dass es in Deutschland eine "Leitkultur" gebe. "Das ist unsere demokratische, offene, auf Dialog angelegte und den Menschenrechten verpflichtete Ordnung." In diese könne sich jeder integrieren, "ob Christ, Atheist, Buddhist, Hinduist oder Moslem", sagte Dröge.
[Quelle rbb]
Der Landesbischof sagte zudem, dass es in Deutschland eine "Leitkultur" gebe. "Das ist unsere demokratische, offene, auf Dialog angelegte und den Menschenrechten verpflichtete Ordnung." In diese könne sich jeder integrieren, "ob Christ, Atheist, Buddhist, Hinduist oder Moslem", sagte Dröge.
[Quelle rbb]
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Ansicht,
Gesellschaft,
Kritik
28 Februar 2011
Nichts Gutt
Der Staatsrechtler Oliver Lepsius, Nachfolger von Karl-Theodor zu Guttenbergs Doktorvater Peter Häberle, im Bayerischen Fernsehen über das Plagiat des Verteidigungsministers:
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Ansicht,
Gesellschaft,
Kritik
22 Februar 2011
Was in diesen Tagen klar gesagt werden muss ...
fasst Tissy Bruns im Kommentar des Tagesspiegels zusammen: "was offen zutage liegt: Nämlich Täuschung und Diebstahl, also Rechtsbruch durch den Abgeordneten Guttenberg, den er als Verteidigungsminister vertuscht, wiederum unter fortlaufendem Bruch demokratischer Grund- und Anstandsregeln."
Und das Fazit: Merkel "ist mit Guttenberg ein Bündnis von Popularität und Täuschungen eingegangen, das von einem zynischen Motto zusammengehalten wird: Das Volk, es will betrogen sein. Ein gefährlicher Moment für die Demokratie, wenn dieses Stück Erfolg hat."
So ist es. Wehret den Anfängen!
Und das Fazit: Merkel "ist mit Guttenberg ein Bündnis von Popularität und Täuschungen eingegangen, das von einem zynischen Motto zusammengehalten wird: Das Volk, es will betrogen sein. Ein gefährlicher Moment für die Demokratie, wenn dieses Stück Erfolg hat."
So ist es. Wehret den Anfängen!
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Ansicht,
Gesellschaft,
Kritik,
Personalia
13 Februar 2011
Lektüren
Jürgen Ebach zur Frage der theologischen Beurteilung von Homosexualität.
Ein Gastbeitrag auf evangelisch.de
Ein Gastbeitrag auf evangelisch.de
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Tipp
01 Februar 2011
Heft 69 von tà katoptrizómena ist erschienen!
Ist ein so genannter
CONTAINER
mit folgenden Beitragen:
EDITORIAL
VIEW
Sakralismus Oder: Die scheinbare Kunst, Kirchen erzählerisch zu deuten
Andreas Mertin
Paradigmen theologischen Denkens
Auf der Suche nach einem für mich heute tragfähigen und sagfähigen Glauben. Teil II
Stefan Schütze
Das Ja des Glaubens trotz der Angst des Nein
Sinn und Sein von Glaubensstrukturen in Prozessen posttraditionalen Denkens
Matthias Giesel
Dante Alighieri als Theologe für heute
Ein Denkanstoß
Markus Göschel
Den Schrecken im Gedicht benennen
Erich Frieds Vietnam-Poesie und die neueste Erforschung der Vietnamkriegsführung
Hans Jürgen Benedict
Vampire im Schulzimmer
Religiöse und psychologische Aspekte des Vampirmythos
Bruno Amatruda
RE-VIEW
Das runde QuadratEine Reflexion zur Formel „Explizit religiös“
Andreas Mertin
VIPs
Eine Kurzvorstellung
Andreas Mertin
Rede an die Menschheit
Eine Buchvorstellung
Andreas Mertin
Vom Logos zum Mythos?
Eine Kurzrezension
Andreas Mertin
POST
Dr. FaustusEine Predigt
Hans-Jürgen Benedict
Zur Entstehungsgeschichte des Dr. Faustus
Ein Vortrag
Hans Jürgen Benedict
Label:
Theomag
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