01 Dezember 2009

Heft 62 von tà katoptrizómena ist erschienen!

Heft 62 des Magazins für Kunst | Kultur | Theologie | Ästhetik steht unter dem Titel

Landschaften

und enthält die folgenden Beiträge

EDITORIAL

VIEW

Worin wir leben
Landschaften
Karin Wendt

Gemalte Seh-Felder
"Patmos" zwischen Mittelalter und Barock
David Ganz

Vom Hamburger Umland zur Metropolregion
Landschaftswandel zwischen Stadt und Land
Norbert Fischer

Seelenlandschaft
Eine Reflexions-Miniatur
Frauke Kurbacher

Landschaftspflege als symbolischer Akt
Ein Parcours
Andreas Mertin

RE-VIEW

"Ein Leben ohne Religion nötigt den Menschen zum Realismus"
Gespräch mit Dieter Wellershoff
Horst Schwebel

Buchvorstellungen
Christoph Fleischer

POST

G.A.U.
Die Kirche und die Kultur
Andreas Mertin

Die Kornkreise des Protestantismus
Eine evangelische Cerealogie
Andreas Mertin

Ein merk-würdiges Bild
Eine Bildexegese
Andreas Mertin

05 November 2009

Kulturfremd?

Karl Barth konnte im Band IV.3 der Kirchlichen Dogmatik knapp und präzise formulieren: "Die entscheidende Aufgabe der Predigt im Gottesdienst lässt die Anwesenheit von figürlichen Darstellungen Jesu Christi im Versammlungsraum der Gemeinde als nicht wünschenswert erscheinen". Würde er heute so etwas artikulieren und sei es auch nur für Schulräume müsste er sich gegenwärtig sehen, von den Kirchenräten der EKD als "kulturfremd und geschichtsvergessen" denunziert zu werden. So bezeichnet nämlich Oberkirchenrat Jürgen Frank die Entscheidung des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofes, Kruzifixe in italienischen Schulen, insofern sie agnostische Eltern stören, entfernen zu lassen.

Das Wort "kulturfremd" hat dabei schon etwas. Wenn man es googelt, stößt man verdächtig oft auf Parolen der NPD.

Was aber meint der für die Bildung zuständige Oberkirchenrat Frank: Dass, wer gegen Kruzifixe sei, unserer Kultur oder gar der Kultur fremd sei? Vielen Dank, Herr Frank! Ich halte Kruzifixe selbstverständlich für eine nach dem 2. Gebot verbotene Blasphemie und protestiere dagegen, dass diese reformierte Haltung als "kulturfremd" denunziert wird. Sie ist ebenso Ausdruck unserer Kultur wie die gegenteilige, die Christus unbedingt vollfigural ans Kreuz nageln will und lieber das 2. Gebot aus dem Katechismus entfernt, als sich zu der Erkenntnis zu bequemen, dass die Trinität - und damit auch Christus - nicht darstellbar ist. Insofern hat m.E. der Europäische Menschengerichtshof ein höchst christliches und zugleich kulturaffines Urteil gesprochen.

Backspace


Overbeck, Der Triumph der Religion in den Künsten

Eine Initiative hat in einem unter der Internetadresse  appelloalpapa.blogspot.com veröffentlichten Schreiben Papst Benedikt XVI. aufgerufen, eine "wahrhaft und zutiefst katholische" Kunst zu fördern. Die katholische Kirche müsse sich "auch in dieser Zeit weltlicher, irrationaler und verderblicher Barbarei als einzige wahre, pflichtbewusste und aufmerksame Förderin und Hüterin einer neuen Kunst" erweisen, heißt es in dem Schreiben. Zu den Initiatoren zählen der Frankfurter Schriftsteller Martin Mosebach, der Rom-Korrespondent der WELT Paul Badde und der Vatikan-Journalist Sandro Magister.

Nach einer angeblich zweitausendjährigen harmonischen Beziehung zwischen Kunst und Kirche habe die Rebellion der Moderne zu einer tiefen Verwirrung der Gläubigen geführt. Demgegenüber müsse sich eine katholische Kunst wieder durch "Treue zur Inkarnation und Treue zur Liturgie" auszeichnen. Bildende Kunst, Architektur und Musik hätten sich an den Erfordernissen der Gottesdienstfeier auszurichten.

Das Gleiche wäre ja vielleicht auch für die Naturwissenschaften sinnvoll? Zurück ins Mittelalter? Viel Spaß!

04 November 2009

Kommentar zum kirchlichen Verhalten gegenüber Herta Müller

"Es kann wohl geschehen, dass man die Hand, die an den Pflug gelegt ist, sinken lassen möchte, wenn man die Kirche mit ihrem Ziel vergleicht. Man kann wohl oft einen Ekel bekommen vor dem ganzen kirchlichen Wesen. Wer diese Beklemmung nicht kennt, wer sich einfach wohl fühlt in den Kirchenmauern, der hat die eigentliche Dynamik dieser Sache bestimmt noch nicht gesehen. Man kann in der Kirche nur wie ein Vogel im Käfig sein, der immer wieder gegen die Gitter stößt".
(Karl Barth, Dogmatik im Grundriß, Zürich 6/1983, S. 172)

Es ist unglaublich, mit welcher Selbstgefälligkeit und Selbstgerechtigkeit EKD und Kirchentag diesen schweren Vorwürfen begegnen. Dass zwei lutherische Bischöfe ernsthaft in einem Telefongespräch erörtern, eine dissidente Schriftstellerin vom Diskurs fernzuhalten, ist unglaublich und ungeheuerlich. Dass sie es vermocht haben, dies de facto auch noch durchzusetzen, ist noch schlimmer.

Mehr dazu im nächsten Heft 62 des Magazins für Kunst | Kultur | Theologie | Ästhetik.

01 Oktober 2009

Heft 61 von tà katoptrizómena ist erschienen!

Heft 61 des Magazins für Kunst | Kultur | Theologie | Ästhetik steht unter dem Titel

Film und Geschichte

und enthält die folgenden Beiträge

EDITORIAL

VIEW

Vorwort
Jörg Herrmann / Hans-Gerd Schwandt

Einleitung
Film und Geschichte
Jörg Herrmann

Hauptsache authentisch
Zur Darstellung deutscher Geschichte in jüngeren Kinofilmen
Cristina Nord

Zwischen Eventmovie und Geschichtssoap
Neue Formen der filmischen Inszenierung von Geschichte
Kay Hoffmann

Der Schock des Realen
Ari Folmans WALTZ WITH BASHIR
Hans J. Wulff

Die schwarze Sonne der Shoah
Geschichte und Erinnerung in Claude Lanzmanns Filmästhetik
Martin Bauer

Die Gegenwart der Vergangenheit als memoria passionis
Eine filmtheologische Perspektive
Reinhold Zwick

Leerstellen des Authentischen
Streifzug durch produktive Widersprüche in Filmen mit historischer Ikonographie
Hans Gerhold

RE-VIEW

Blick zurück nach vorn
Das Thema "Film" und "Kino" im Magazin für Theologie und Ästhetik
Redaktion

Lichtspiel, Opus 1, 1921
Walter Ruttmann

Cineastische Mystagogie
Eine Rezension
Andreas Mertin

Wie ein fernes Raunen ...
Best of ... Popkultur und Religion
Andreas Mertin

Die Poetik des Aristoteles
Eine Besprechung
Horst Schwebel

POST

Zur aktuellen Ikonographie des Religiösen
Eine Bildexegese
Andreas Mertin

Korrektur gelesen
Eine Glosse über einen erzkatholischen Lügenbold
Andreas Mertin

24 September 2009

Warum Wiederholungen langweilen

Mindestens zum dritten Mal erzählt Bischöfin Käßmann nun ihre Anekdote vom in der Kirche Zigarre rauchenden Karl Barth. Dieses Mal ist sie wenigstens so ehrlich zuzugeben, dass es auch eine erfundene Geschichte sein könnte. So richtig entscheiden mag sie sich aber nicht. Einerseits fordert sie eine sinnlichere Kirche, andererseits möchte sie die Entscheidung über die dazu einzusetzenden Mittel in der Hand behalten. Zigarren (zumal wenn sie von Reformierten geraucht werden) sind verboten, Räucherstäbchen (von Lutheranern?) nicht so ganz. Da soll einer draus schlau werden. Ansonsten empfiehlt sich natürlich Pilgern wie das kleinbürgerliche Wandern zur Zerstörung der letzten verbliebenen Öko-Reservate heutzutage heißt. Am Besten eine Wanderung von Loccum nach Volkenroda mit verbitterten Hartz-IV-Empfängern und überlasteten Müttern, angesichts derer die Evangelischen ja traditionell Berührungsängste haben, wenn man Bischof Huber folgt. Das gibt dann einen tollen Mentalitätswandel in der Kirche, "um aus sozialer und geistlicher Milieuverengung herauszufinden" - vor allem wenn man missionsversessen den Mitwandernden das mit diesen Worten erklärt.

Ich bin es leid, jeden Tag den Unsinn dieser Medienbischöfe zu lesen. Haben sie nichts besseres zu tun, als die Medien mit Stereotypen zu bedienen? Vielleicht könnten alle evangelischen Bischöfe, Kirchenpräsidenten und Präsides eine Pilgerwanderung nach Trappistenart machen: mit strengen Schweigeregeln, harter Handarbeit und strengen Abstinenzregeln? Aber diese gemeine Phantasie versage ich mir.

04 September 2009

Robert Schad - der Linie lang

Vom 20. September bis zum 15. November 2009 zeigt der Kunstverein Reutlingen eine Ausstellung mit Arbeiten des Bildhauers Robert Schad unter dem Titel "der Linie entlang. Stahlarbeiten und Zeichnungen". Die Ausstellung wird am Sonntag, dem 20. September 2009 um 11 Uhr eröffnet.

02 August 2009

Heft 60 von tà katoptrizómena ist erschienen!

Heft 60 des Magazins für Kunst | Kultur | Theologie | Ästhetik steht unter dem Titel

Communio

und enthält folgen de Beiträge

EDITORIAL


VIEW

Differenzgestaltung
Raum-Lektüren II - Ein Vergleich
Andreas Mertin

Experimente
Vor Ort
Jörg Mertin

No Future
Zur Zukunft evangelischen Kirchenbaus
Andreas Mertin

Hinweis: Blick zurück nach vorn
Der religiöse Raum als Thema im Theomag
Die Redaktion


RE-VIEW

Stimmen zu Jürgen Habermas
Markus Chmielorz, Christoph Fleischer

Zeichenexkursion
Rom sehen, zeichnen und verstehen
Henner Hermanns

Saint Eustache
Eine Kulturkirche
Andreas Mertin

Bild und Klang im sakralen Raum
Harry Lehmann

Vieldeutige Sinn-Rede: das Sein, die Natur, die Kunst
Eine Buchvorstellung
Manfred Richter

Kornblume im Ährenfeld
Eine Notiz zu Dietrich Bonhoeffers Spielräumen der Freiheit
Andreas Mertin

Joseph oder Benedikt?
Eine Rezension
Christoph Fleischer

they are screaming like a banshee …
Ein Tagebuch zur Revolution 2.0
Andreas Mertin

Pacman-Christentum
Blinky, Pinky, Inky und Clyde twittern die Bibel
Andreas Mertin


POST

Mediale Brechung - Geteilte Wahrnehmung
Zur Digitalisierung des Auges
Andreas Mertin

Mit der Burka im Louvre
Eine paradoxe Intervention
Andreas Mertin

30 Mai 2009

Heft 59 von tà katoptrizómena ist erschienen!

Heft 59 des Magazins für Kunst | Kultur | Theologie | Ästhetik steht unter dem Titel



Ethica


und enthält folgende Beiträge


EDITORIAL


VIEW

Kultur preisgegeben
Ein Menetekel
Andreas Mertin

Der ganz normale Antijudaismus?
Überlegungen zur Ethik der Kunst
Andreas Mertin

Die Ethik Dietrich Bonhoeffers
Christoph Fleischer

Wie durch Subjektivität Gerechtigkeit entsteht
Ein Blick in die Kunst der Darstellung von Gewalt
Andreas Mertin

RE-VIEW

Kirchengeschichtliche Aspekte zum Thema Buße
Jörg Mertin

Am Anfang
Eine Predigt über Joh 1.1.
Lothar Bluhm

Anthropotechnik, Immunologie, Übung
Zu Sloterdijks neuem Religionsdesign
Hans-Willi Weis

Nachdenken - Meditation - Widerstand
Lektüren
Christoph Fleischer

Privates Totengedenken im Internet
Carmen Berger-Zell

POST

Im Interesse der Sache
Google, Open Access und Heidelberg
Andreas Mertin

Erschließungen
In eigener Sache
Die Redaktion

27 Mai 2009

Kirchentag in Bremen 2009

Verhalten sind die Reaktionen auf den Kirchentag iun Bremen ausgefallen. Es war ein Fest des Glaubens wie manche schrieben, sicher aber auch eine "Eventisierung" des Glaubens wie Reinhard Bingener in der FAZ meinte. Wenn der Veranstaltung normalerweise eine Zeitdiagnostik zugeschrieben wird, so fiel diese dieses Mal aus. Von allem etwas und für alle etwas war das Motto. Ab und an blitzte der protestantische Geist durch, etwa, als Bundesaußenminister Steinmeier beim Eröffnungsgottesdienst durch Sprechchöre daran erinnert wurde, dass er sich nicht im Wahlkampf, sondern bei einer religiösen Veranstaltung befand. Erfreulich deutlich war der Kirchentag in der Frage des Eklats rund um die Verleihung des Hessischen Kulturpreises: Hier herrschte blankes Entsetzen und eindeutige Verurteilung der kirchlichen Intriganten vor. Was fehlte? Hier hat die FAZ eine klare Meinung: "Apropos, wo war eigentlich die evangelische Theologie auf dem Kirchentag? Bischöfe und Politiker waren wieder zuhauf gekommen, doch Theologen, die den christlichen Glauben denkend zu durchdringen versuchen, waren wenig zu hören. Stattdessen verhedderte sich mancher Theologe vor dem auf Papphockern versammelten Publikum in seinen eigenen Sprachspielen. Es gab Kirchentage, da überragte der akademische, gelehrte Diskurs die kirchliche Theologie, die in den Bibelarbeiten am Morgen geboten wird, um Längen. Das Verhältnis hat sich mittlerweile umgekehrt." Das ist sicher zutreffend. Aber vielleicht ist es auch ganz gut für den Protestantismus, wenn die theologischen Überväter ein wenig zurücktreten und den Gemeinden selbst mehr Spielraum überlassen. Zum anderen hat sich seit Jahrzehnten ein Teil des gelehrten akademischen Diskurses in die Bibelarbeiten verlagert und zeigt dort, was angewandte Theologie heißt. Vielleicht muss man gerade die FAZ an die Bibel in gerechter Sprache erinnern, die im Kirchentag ihren Ursprung und ihre Stütze hat.

30 April 2009

Kirche und Museum

Unter der Überschrift "Ohne Gottesdienste werden Kirchen zu Museen" berichtet idea von einer Initiative, die "mit einfachen Mitteln würdige Gottesdienstfeiern" durchführen will. Sie trägt den Titel einfach.Gottesdienst.feiern. „Die Kirchen sind für Gottesdienste da, sonst werden sie zu Museen“, sagte Landessuperintendent Eckhard Gorka (Hildesheim) vor rund 70 Vertretern aus den Kirchengemeinden des Sprengels. Man müsse Kirchen eher öffnen als schließen.

Nun ist es bezeichnend für den Zustand des Protestantismus, dass in seinen Artikulationen Museen zu Orten der Langeweile werden. Nichts weniger ist wahr. In vielen Städten wird zur Zeit um die Erhaltung von Museen gerungen, werden sogar neue Museen eröffnet, weil in ihnen sich das kulturelle Selbstverständnis einer Gesellschaft artikuliert. Für kirchliche Vertreter aber sind nicht genutzte Kirchen "nur" Museen. Wenn sie es denn wären! Aber die Mehrzahl der nicht genutzten Kirchen ist museal nicht verwendbar, weil die kirchlichen Träger sie schon lange nicht mehr gepflegt und kulturell angemessen ausgestattet haben. Museen kultivieren das Erhaltenswerte, dasjenige, was der nächsten Generation vermittelt werden soll. Nicht genutzte Kirchen gehören nicht dazu - oder allenfalls als Element eines Freilichtmuseums.


Ein Museum, das einmal die Woche eine Museumsführung anbieten würde, und ansonsten nichts täte, wäre schnell am Ende. Und auch für die Kirche gilt, dass einfach Gottesdienst feiern, nur um die Gebäude zu erhalten, sinnfrei ist. Gottesdienste kann man überall halten. Was hier vorgeschlagen wird, ist nicht Gottesdienst, sondern die Fetischisierung des Gebäudes, also Götzendienst.

01 April 2009

Heft 58 von tà katoptrizómena ist erschienen!

Heft 58 des Magazins für Kunst | Kultur | Theologie | Ästhetik steht unter dem Titel

Kirchenbau Regulativ

und enthält folgende Beiträge


EDITORIAL


VIEW

Reformen und Regulative
Die Botschaft der Kirchen nach dem Zweiten Weltkrieg
Horst Schwebel

Kirchenbau Regulativ
Evangelische Kirchbauprogramme von 1856 bis 2008
Andreas Mertin

Dokumentation
1856 - Dresden
Bestimmungen der liturgischen Konferenz

1860 - Barmen
„Thesen" des deutschen evangelischen Kirchentages

1861 - Eisenach
Regulativ für den evangelischen Kirchenbau

1876 - Leipzig/Berlin
Allgemein giltige Regeln beim Bau christlicher Kirchen aller Konfessionen

1891 - Berlin
Wiesbadener Programm

1898 - Eisenach
Rathschläge der XXIII. Deutschen evangelischen Kirchen-Konferenz

1908 - Eisenach
Leitsätze der XXIX. Deutschen Evangelischen Kirchen-Konferenz

1928 - Magdeburg
Leitsätze des dritten Kirchenbaukongresses

1931 - Dresden
Richtlinien für evangelische Gestaltung (Kunst-Dienst)

1951 - Rummelsberg
Grundsätze für die Gestaltung des gottesdienstlichen Raumes der evangelischen Kirchen

1991 - Wolfenbüttel
Der evangelische Kirchenraum - Wolfenbütteler Empfehlungen

1996 - Magdeburg
Magdeburger Manifest: Rettet die Kirchengebäude in unserem Lande

2002 - Leipzig
Leipziger Erklärung: Nehmt Eure Kirchen wahr!

2003 - Leipzig
Erklärung der EKD-Synode: Der Seele Raum geben

2008 - Dortmund
Dortmunder Denkanstöße

RE-VIEW

Sakrale Zeit, nachsakrale Zeit
Eine Re-Lektüre eines Aufsatzes von Hans-Eckehard Bahr
Andreas Mertin

Evangelischer Kirchenbau
Eine Buchvorstellung
Andreas Mertin

Verbergen und Entbergen
Neue Kunstobjekte von Madeleine Dietz
Andreas Mertin

Medium Religion
Das neu erwachte Interesse an Religion
Andreas Mertin

Der katholische Faktor
Irritierte Nachfragen zu einem ideologischen Konstrukt
Andreas Mertin

Individualisierung – Spiritualität – Religion
Eine Buchvorstellung
Andreas Mertin

POST

Größter Jesus aller Zeiten
Ein Déjà-vu
Andreas Mertin

26 März 2009

Original und Fälschung

Im Feuilleton-Kommentar der FAZ vom 26. März 2009 polemisiert Julia Voss gegen den documenta-Künstler Ai WeiWei, weil er sich allzu grobschlächtig für das Gute und gegen das Böse ausgesprochen hat. Das ist ihr gutes Recht.

Das gute Recht des Lesers ist es, darauf zu beharren, dass die Kunstkritikerin die Dinge kennt, über die sie schreibt. Das tut Julia Voss offenkundig nicht. Sie schreibt über Ai WeiWei: "Außerdem baute er noch aus alten chinesischen Holzstühlen eine Großskulptur, die beim ersten Unwetter pittoresk zusammenkrachte, auch das ein Erfolg." Ganz offensichtlich muss es geregnet haben, als Julia Voss auf der documenta war, weshalb sie sich den Besuch des so beschriebenen Werks erspart hat. Niemand, der es gesehen hat, käme auch nur im Geringsten auf die Idee, das Template wäre aus alten chinesischen Holzstühlen gemacht worden. Zwar gab es ein Gesamtkunstwerk mit 1000 alten chinesischen Stühlen, aber die verteilten sich über die documenta und konnten zum Sitzen und Diskutieren genutzt werden. Das Kunstwerk "Template", das Voss meint, bestand dagegen aus alten Holztüren, die der chinesischen Modernisierung zum Opfer gefallen waren. Und das ist dann doch etwas anders.

04 März 2009

Filmtagung: Die Gegenwart der Vergangenheit

Die Evangelische und die Katholische Akademie Hamburg laden zusammen mit dem Abaton-Kino zu einer Tagung unter dem Titel "Die Gegenwart der Vergangenheit. Filmische Formen der Inszenierung von Geschichte" vom 3.-4.April 2009 ein. Die Veranstalter schreiben dazu:

Film und Fernsehen haben sich in der letzten Zeit verstärkt der Auseinandersetzung mit Geschichte zugewandt. Vor dem Hintergrund dieses Trends fragt die Tagung nach den filmischen Möglichkeiten der Inszenierung von Geschichte und nach der Bedeutung des Films für das kulturelle Gedächtnis und das historische Bewusstsein. Dabei werden sowohl jüngere Entwicklungen betrachtet und u. a. hinsichtlich der Unterscheidung von Dokumentation und Fiktion analysiert als auch einzelne Beispiele (»Der Baader Meinhof Komplex«, »Shoah«, »Waltz With Bashir«) in den Blick genommen.

Weitere Info gibt es auf dem Flyer ...

31 Januar 2009

Heft 57 von tà katoptrizómena ist erschienen!

Heft 57 des Magazins für Kunst | Kultur | Theologie | Ästhetik steht unter dem Titel

Kitsch - Kopie - Nostalgie

und enthält folgende Beiträge:

EDITORIAL
Pisanello, Vision of St Eustace (Detail)

VIEW

Kitsch as Kitsch can
Zur Beziehung von Kitsch und Religion
Andreas Mertin

Herr K. schreibt mir einen Brief
Nachdenkmaliges
Andreas Mertin

Ein Tremor - ein Bass - ein Ben
Das Schau-Spiel einer Bibel-Lesung
Anne Gidion

Altar - Tisch - Kitsch
Zum Schicksal eines religiösen Gegenstandes
Andreas Mertin

Zwischen Faksimile und Fassadenpolitik
Von der Wiederkehr des Historismus
Andreas Mertin

RE-VIEW

„Das Schwierigste ist, der Einfachheit Ausdruck zu geben“
Eine Skulptur von Robert Schad
Andreas Mertin

Von Liebesleid und Ewigkeit
Oder: “From Her to Eternity“
Matthias Surall

Offenheit und Freundschaft
Grundbegriffe der Gegenwart Gottes
Christoph Fleischer

Krachmodern?
Eine Gegenrede
Andreas Mertin

POST

Dummschwätzer
Die Süddeutsche auf Abwegen
Andreas Mertin

"Nicht ohne meine Kirche"?
Kirchenpolitische Unsinnigkeiten
Andreas Mertin

Wie Blinde über die Farbe
Tacheles' Digest
Andreas Mertin

10 Dezember 2008

Kunstmärchen

Im Rahmen eines Netzwerkprojekts space-thinks bestieg der Künstler Matthias Schamp am 17. November 2008 in Berlin einen Heißluftballon. Als er über den Berliner Stadtteil Neukölln schwebt, pustet er eine Unze Goldstaub in die Luft.

Bis 1920 war der Ortsteil eine eigenständige Stadt, die noch 1912 Rixdorf (bei Berlin) hieß. Schamp nennt seine Aktion "Rixdorfer Vergoldung" und schreibt zur Realisation: "Zwar ist die ausgebrachte Menge verglichen mit der Größe Rixdorfs gering, so dass sie im Stadtkörper, obzwar faktisch vorhanden, optisch nicht wahrnehmbar ist. [...] Als eine Art in die Welt gesetztes Märchen soll die Rixdorfer Vergoldung in den erzählten und erinnerten Erlebnisbestand der Bewohner eingehen." [Foto: (c) Uwe Jonas]

01 Dezember 2008

Heft 56 von tà katoptrizómena ist erschienen!

Heft 56 des Magazins für Kunst | Kultur | Theologie | Ästhetik steht unter dem Titel

Differenz - Dissidenz

und enthält folgende Beiträge:

EDITORIAL

VIEW

Die Ruine als Differenz
Oder: Ein Sonnenplatz für künstlich unterhaltene Schäden
Andreas Mertin

Dortmunder Anstöße
Zur fortgeschriebenen Subjektlosigkeit des evangelischen Kirchenbaus
Andreas Mertin

Die Angst der Kirche vor der Gegenwart
Reloaded
Jörg Mertin

Nachgelesen
Horst Schwebel

RE-VIEW

Loss of Control
Die letzte Ausstellung von Jan Hoet im MARTa Herford
Jörg Mertin

Interventionen
Eine Buchvorstellung
Andreas Mertin

Yves Netzhammer
Eine Buchvorstellung
Andreas Mertin

Notwendige Apologetik
Eine Rezension
Andreas Mertin

Das neue Kapital
Eine Rezension
Christoph Fleischer

POST

Fernsitzende
Aus alten Lexika
Andreas Mertin

Dissidenten
Deutsches Staatswörterbuch 1858
E. Hermann

08 November 2008

Fehlanzeige

"Kirche im Aufbruch" heißt das missionarische Reformprojekt der EKD, das innovatorische und wegweisende Projekte innerhalb der evangelischen Kirche vorstellen möchte. Man möchte "von den Erfahrungen anderer profitieren" wie es einleitend heißt.

Da ist es passend, was man heute unter dem Stichwort "Kunst" als "Beispiele guter Praxis" findet: Nichts.

01 Oktober 2008

Heft 55 von tà katoptrizómena ist erschienen!

Heft 55 des Magazins für Kunst | Kultur | Theologie | Ästhetik ist ein

CONTAINER

und enthält folgende Beiträge:

EDITORIAL

VIEW

Unversöhnlichkeit und Inkonsequenz
Reflexionen über die Negativität der Kunst in der Ästhetik Adornos
Jürgen Förster

Zur theologischen Bedeutung des Kirchenraumes
Eine Auseinandersetzung
Andreas Mertin

Freiheit oder Funktionalismus
Eine Glosse
Andreas Mertin

RE-VIEW

Kapelle / Chapel
Ein Kunstdokument
Andreas Mertin

Sakralbau
Eine Rezension
Andreas Mertin

Die irritierende Faszination des Todes
Eine Rezension
Andreas Mertin

Menschwerdung oder Entgöttlichung
Was bedeutet Kenosis?
Christoph Fleischer

Motiviert zur Bibel greifen
Eine Rezension
Christoph Fleischer

Spiritualität und Diakonie
Rezensionen
Christoph Fleischer

POST

Froschperspektiven
Überflüssiges - Über Flüssiges - Überflüssiges
Andreas Mertin

17 September 2008

Lingener Kunstpreis 2008 an Julia Oschatz

Den mit 7500 Euro dotierten Lingener Kunstpreis erhält 2008 die Künstlerin Julia Oschatz. Am 28. September wird um 11.30 Uhr in der Kunsthalle Lingen die Ausstellung „Julia Oschatz - Lingener Kunstpreis 2008“ eröffnet. Eine Einführung in das Werk der Künstlerin gibt anschließend Heiner Schepers, Direktor der Kunsthalle. Während der Ausstellung erscheint ein Katalog mit den installativen Arbeiten in der Lingener Kunsthalle.