10 März 2013

Fast schon bei Gott

Auf den konservativen Seiten des Katholizismus wird ein Loblied auf Benedikt XVI. verbreitet, das schon weh tut. Hedwig Courths-Mahler hätte es nicht besser und kaum tränenreicher machen können. Auf kath.net schildert jemand seine Stalkertour auf den letzten Schritten des scheidenden Papstes und landet schließlich bei einem scheinbar mirakulösen Ereignis auf der Sommerresidenz. Der Wind weht! Er ist darob überwältigt und fasst herzensmutig all seine Erkenntnisse zusammen:  

"Ich gebe zu, wir hatten Tränen in den Augen. Noch einmal zeigte sich die Größe in der Demut dieses Mannes, der das höchste Amt auf Erden, das Papstamt, niederlegte, um fortan ein einfacher Pilger, ein Betender zu sein. Einer wie wir alle, nur Gott ein wenig näher."

Da ist sie wieder, die alte katholische Lehre wir seien alle gleich, aber einige seien eben doch dem Himmelreich schon zu Lebzeiten ein wenig näher als die anderen. Nein, Benedikt ist Gott sicher nicht näher als irgend ein anderer Mensch, er unterliegt der Prädestination wie jeder andere auch. Im Mittelalter hat man das gewusst und auf die Höllendarstellungen gerne auch Päpste und Priester eingezeichnet. Diese Gottes Gericht vorwegnehmende Lobhudelei ist schwer erträglich. Ultramontaner Hedwig Courths-Mahler-Kitsch eben.

16 Februar 2013

Kleines Zitat zur liberalen Theologie

"Die gegenwärtig – im Gegensatz zu der reich und konkret ausgebildeten religiösen Vorstellungswelt von früher – vorherrschende Meinung, Leben und Erfahrung der Menschen, die Immanenz, sei eine Art von Glaskasten, durch dessen Wände man auf ewig unveränderliche Seinsbestände einer philosophia oder religio perennis blicken könne, ist selber Abdruck eines Zustands, in dem der Offenbarungsglaube nicht mehr in den Menschen und der Ordnung ihrer Verhältnisse substantiell gegenwärtig ist und nur durch verzweifelte Abstraktion gehalten werden kann."

Theodor W. Adorno: Vernunft und Offenbarung

Müller: Plädoyer für das Sowohl als auch

Der vierte Beitrag in der Debatte zum Thema Monotheismus und Gewalt, diesmal aus der Feder von Klaus Müller:

Es geht Jan Assmann nicht primär um die Gewalthaltigkeit des Monotheismus, sondern um das Projekt der Aufklärung, das "wahr/falsch" der mosaischen Unterscheidung in einem höheren "Sowohl - als auch" aufzuheben. Dies stellt aber keine Gegenposition zur christlichen Theologie dar, sondern bildet einen in ihr seit je präsenten Tiefenstrom.

01 Februar 2013

Heft 81 von tà katoptrizómena ist erschienen!

Am Anfang

und versammelt folgende Texte:

EDITORIAL

VIEW

Am Anfang
Chauvet und die Folgen
Andreas Mertin

Am Anfang war das Wort
Von der Schwierigkeit, nicht nur Am Anfang zu sagen, sondern auch am Anfang zu beginnen
Andreas Mertin

RE-VIEW

Dummer, einfältiger Mond, bitteres Lachen und Atheismus
Eine Anmerkung zu Büchners Satz im Lenzfragment:
„Da griff der Atheismus in ihn“
Hans Jürgen Benedict

Gott 9.0
Eine Rezension
Stefan Schütze

"Will Grohmann war hier“
Im Netzwerk der Moderne. Kirchner, Braque, Kandinsky, Klee ... Richter, Bacon, Altenbourg und ihr Kritiker Will Grohmann
Barbara Wucherer-Staar

Krimi
Ein Bild und ein Buch
Andreas Mertin

Melancholia oder: Die Kirche im Dorf
Dokumentation des Kirchbautages 2011 in Rostock
Andreas Mertin

Man kann ja mal fragen
Zeitgenössische Kunst zur Bibel
Andreas Mertin

Unter Beteiligung
Kurzvorstellungen
Andreas Mertin

POST

Melancholie des Anfangs
Besprechungen ausgewählter Videoclips XXXV
Andreas Mertin

Im Schatten des Kreuzes
Notiz zu einer Auseinandersetzung
Andreas Mertin

"Stultorum plena sunt omnia"
Oder: Argumente im Sinkflug
Andreas Mertin

24 Dezember 2012

Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Geburt Christi, ca. 330 n. Chr.

01 Dezember 2012

Heft 80 von tà katoptrizómena ist erschienen!

Heft 80 des Magazins für Kunst | Kultur | Theologie | Ästhetik

ist ein
 CONTAINER
und versammelt folgende Texte:

EDITORIAL

VIEW

"Wer ein Wort des Trostes spricht,
ist ein Verräter"

Eine Collage
Andreas Mertin

Herbst
Eine Predigt
Hans-Jürgen Benedict

Sicherheit und Wagnis
Der Container als künstlerisch-philosophisch-theologisches Konstrukt
Matthias Giesel

‘Haustierphilosophie‘– oder zur Überwindung des Untiers im Menschen.
Eine kleine Bemerkung zur ‚Philosophie des Zwischenmenschlichen‘ bei Martin Buber
Frauke A. Kurbacher

RE-VIEW

Charmeoffensive
Eine Notiz
Andreas Mertin

Ekstasis oder: Im Rausch der Farben
Manessier in Bremen
Andreas Mertin

"Gott gibt es. Wie wäre ich sonst zu zwei Leben gekommen?"
Gott als Spieler in Nadolnys Roman „Weitlings Sommerfrische“
Hans-Jürgen Benedict

Kunst und Kultur des Islam
Eine Rezension
Andreas Mertin

Tee am Fujiyama
Stichworte zur Malerei von Kazuo Katase aus den letzten drei Jahren
Barbara Wucherer-Staar

POST

sic transit gloria mundi
Neue Deutsche Weinerlichkeit zwischen Krieg, Kommerz und Kitsch
Andreas Mertin

The Return of Religion?
Besprechungen ausgewählter Videoclips XXXIV
Andreas Mertin

01 Oktober 2012

Heft 79 von tà katoptrizómena ist erschienen!


trägt den Titel
KIRCHENRÄUME HEUTE
und fragt, was kann, darf soll in Kirchen(gebäuden) heute geschehen:

EDITORIAL

VIEW

Die Diskussion um den Hamburger Michel
Programmatisches
Kirchenraumnutzungen

RE-VIEW

Kirchenraum-Transformationen
Eine interessierte Lektüre
Andreas Mertin

Kirchenbau-Basics – für wen und wozu?
Eine Besprechung
Andreas Mertin

Himmel
Eine Rezension
Hans-Jürgen Benedict

Blick zurück (nach vorn?)
Documenta - Balkenhol – Schneider
Andreas Mertin

Nachts ist diese Kunst nicht im Museum
Die 10-tägige Live-Art-Schau 12 Rooms im Museum Folkwang
Barbara Wucherer-Staar

POST

Etwas von allem.
Besprechungern ausgewählter Videoclipsa XXXIII
Andreas Mertin

27 August 2012

Kulturfrühstück

Horst Schwebel, Herausgeber des Magazins für Theologie und Ästhetik, hat sich im hessischen Rundfunk im Rahmen des Kulturfrühstücks zu seinem neuen Buch "Der Durchstreicher", zum Verhältnis von Kunst und Kirche und zur dOCUMENTA(13) geäußert.

15 August 2012

Annäherungen an die dOCUMENTA(13)

Dirk Schwarze hat in seinem Blog lesenswerte Überlegungen zur dOCUMENTA(13) vorgelegt:

13 Annäherungen an eine Ausstellung

01 August 2012

Heft 78 von tà katoptrizómena ist erschienen!


trägt den Titel
 
dOCUMENTA(13)
 
und setzt sich mit der aktuellen documenta in Kassel auseinander.

EDITORIAL

VIEW

Was die Sphinx erzählt
Notizen zur dOCUMENTA(13)
Andreas Mertin

Ein theologischer Spaziergang über die d(13)
1 - Das Fridericianum
2 - Die documenta-Halle
3 - Der Kulturbahnhof
4 - Die neue Galerie
5 - Die Karlsaue
6 - Die weiteren Orte
Andreas Mertin

Salzburger Barock aus|gezeichnet
Henner Herrmanns

RE-VIEW

Und mischte zwischen Tag und Traum - Circus Wols
Eine Hommage
Barbara Wucherer-Staar

Kunst ist Revolution, Gestaltung des Lebens, Gestaltung der Welt
Barbara Wucherer-Staar

Über Rechtfertigung
Eine Rezension
Hans-Jürgen Benedict

Die Letzten werden die ersten sein
Jesuanische Paradoxien in Felicitas Hoppes Roman “Hoppe”
Hans-Jürgen Benedict

Theologische Klangrede
Eine Buchvorstellung
Andreas Mertin

Frei wie ein Vogel im Käfig?
Nachfragen
Andreas Mertin

Kunst-Reflexionen
Rezensionen
Andreas Mertin

"Unter dem Signum des Kometen"
Aktuelles von der AB
Andreas Mertin

POST

Verstörendes - Oder: No church in the wild
Videoclips XXXII
Andreas Mertin

Zur politischen Theologie des Blasphemievorwurfs
Notizen
Andreas Mertin

„Der Papst ist nur die Spitze des Eisbergs“
Oder: Sisyphus im Papstgewand
Andreas Mertin

26 Juli 2012

Batman - im Guten wie im Schlechten

In der ZEIT gibt es zwei Texte, die ganz gut das Ambivalente der Diskussionen um die Ereignisse rund um den neuen Batman-Film zeigen. Zum einen Adam Soboczynskis "Der Milliardär lebe hoch!" und zum anderen Iris Radischs Einspruch "Die Verantwortung der Bilder".

In der Sache neige ich der Einschätzung von Iris Radisch zu. Wie kommt es, dass immer dann. wenn es um das Gute geht (die Liebe, die Natur, die Religion), wir dem Kino und seinen Bildern Einfluss zugestehen, wenn es aber um das Böse geht, wir im Blick auf die Wirkung ein Tabu der Diskussion errichten? Das erscheint mir wirklich inkonsequent. Entweder trennt man Film und Wirkung - dann aber auch im Guten wie im Schlechten. Oder man geht davon aus, dass es zumindest eine Mitverantwortung der Bilder gibt - im Guten wie im Schlechten. Mir scheint Letzteres plausibler zu sein.

23 Juli 2012

Zur Frage des Blasphemieverbots

Friedhelm Mennekes: Freier Dialog statt Blasphemieverbot

Religion

In der F.A.Z.-Community hat Marina Weisbrand einen recht interessanten und differenzierten Beitrag zur Religionsdebatte geschrieben:

Finger weg von Religion?