Nachdem nun öffentlich bekannt wurde, dass sich die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck von der documenta erfolgreich hat unter Druck setzen lassen, ein mit Gregor Schneider (Vertreter Deutschlands auf der Biennale 2001 in Venedig und Gewinner des Goldenen Löwen) geplantes Kunstprojekt abzusagen, werden ernste Fragen an das Kunstverständnis der evangelischen Kirche laut:
Unter welchen Gesichtspunkten setzt sich die Ev. Kirche mit Kunst auseinander? Was bedeutet Kunst für sie? Inwieweit kann man etwas, was man für eine erforderliche Begegnung hält, einfach aufgeben?
16 Mai 2012
14 Mai 2012
Wahrnehmungsschulung
Klaus Baum hat auf seinen Blog "Notizen aus der Unterwelt" zwei wunderbare fotografische Einsichten publiziert, die sinnlich wahrnehmbar machen, inwiefern der Einwand der documenta-Leitung gegenüber der Balkenhol-Skulptur völlig unbegründet ist. Zu finden ist das visuelle Argument hier:
Ja, Klaus Baum hat Recht, das ist "ein Lehrstück für das, worauf die Nachdenkseiten immer wieder hingewiesen haben: Irgendwelche Autoritäten behaupten etwas, und alle sprechen es nach, ohne sich selbst davon zu überzeugen, ob denn die Behauptung auch stimmt."
Vielen Dank für die visuelle Aufklärung!
Ja, Klaus Baum hat Recht, das ist "ein Lehrstück für das, worauf die Nachdenkseiten immer wieder hingewiesen haben: Irgendwelche Autoritäten behaupten etwas, und alle sprechen es nach, ohne sich selbst davon zu überzeugen, ob denn die Behauptung auch stimmt."
Vielen Dank für die visuelle Aufklärung!
10 Mai 2012
Zur Balkenhol-Skulptur in Kassel
Ein ausgezeichneter Kommentar zum Konflikt um die Balkenhol-Skulptur in Kassel im Vorfeld der documenta findet sich bei Dirk Schwarze in seinem auch sonst empfehlenswerten documenta-Blog "Schwarze Kunst".
Kommentar von Dirk Schwarze
Nur zwei kleine Ergänzungen: die erste documenta-Begleitausstellung fand schon 1982 unter dem Stichwort "Abendmahl. Zeitgenössische Positionen" statt und präsentierte Werke u.a. von Ben Willikens, Timm Ulrichs, Klaus Staeck, Johannes Grützke.
Und die späteren Begleitaustellungen der Ev. Kirche nach 1997 fanden nicht nur in Absprache mit der documenta statt, sondern während der documenta 11 besuchte der künstlerische Leiter der documenta zum Künstlertag der Kirche auch demonstrativ die Ausstellung und hielt eine Ansprache. Und der Leiter der letzten documenta lud den Ratsvorsitzenden der EKD zum Gang über die documenta ein. Wie sich die Zeiten ändern. Es muss also wirklich an der Persönlichkeit der jetzigen documenta-Leiterin liegen, dass nun etwas schief läuft.
Kommentar von Dirk Schwarze
Nur zwei kleine Ergänzungen: die erste documenta-Begleitausstellung fand schon 1982 unter dem Stichwort "Abendmahl. Zeitgenössische Positionen" statt und präsentierte Werke u.a. von Ben Willikens, Timm Ulrichs, Klaus Staeck, Johannes Grützke.
Und die späteren Begleitaustellungen der Ev. Kirche nach 1997 fanden nicht nur in Absprache mit der documenta statt, sondern während der documenta 11 besuchte der künstlerische Leiter der documenta zum Künstlertag der Kirche auch demonstrativ die Ausstellung und hielt eine Ansprache. Und der Leiter der letzten documenta lud den Ratsvorsitzenden der EKD zum Gang über die documenta ein. Wie sich die Zeiten ändern. Es muss also wirklich an der Persönlichkeit der jetzigen documenta-Leiterin liegen, dass nun etwas schief läuft.
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Ansicht,
Ausstellung,
Kritik
09 Mai 2012
Skandal Kunst und Kirche
In Kassel gibt es im Augenblick einen skandalösen Streit zwischen der documenta-Leitung und der katholischen Kirche. Dabei offenbart die documenta ein ziemlich totalitäres Kunstverständnis, das einen an die Zeiten des 19. Jahrhunderts erinnert. Worum geht es? Die katholische Kirche hat für die Zeit der documenta den weltweit berühmten Künstler Stephan Balkenhol in die St. Elisabeth-Kirche eingeladen Und dort zeigt er einige seiner Skulpturen, u.a. auch auf dem Turm der Kirche. Die documenta meint nun, im Sinne eines Gesamtkunstwerks über ganz Kassel verfügen zu können und möchte am liebsten die Kunstaktivität untersagen. Wo andere maßgebliche Ausstellungen wie die Biennale in Venedig jeweils die Kunst-Veranstaltungen anderer Aussteller, die die zentrale Ausstellung begleiten, explizit hervorheben, suchen die Kasseler Veranstalter Kunst zu unterdrücken und verweisen stolz darauf, dass es ihnen im Fall der Evangelischen Kirche auch gelungen sei. Wie unendlich peinlich - für die documenta und die Evangelische Kirche.
Hier gibt es weitere Infos:
Hier gibt es weitere Infos:
Label:
Ausstellung,
Kritik
01 April 2012
Heft 76 von tà katoptrizómena ist erschienen!
trägt den Titel
Paradigmen theologischen Denkens
und enthält folgende Beiträge:
EDITORIAL
Paradigmen theologischen Denkens
Auf der Suche nach einem für mich heute
tragfähigen und sagfähigen Glauben. Teil III
Das Dilemma des Redens und Schweigens
Offenbarungs- und Versöhnungsaspekte christlicher Theologie
Matthias Giesel
Ein Kreuz bleibt leer
Vom Für uns zum Miteinander – eine neue Deutung des Todes Jesu
Hans-Jürgen Benedict
Notwendige Anmerkungen
Andreas Mertin
Pro Domo
Buchvorstellungen
Andreas Mertin
Religion und Medien
Rezensionen
Andreas Mertin
Aus der Anderen Bibliothek
Anmerkungen und Vorstellungen
Andreas Mertin
Die 'ideale' Kirche
Ein Projekt und (k)ein Zeichen
Andreas Mertin
Zur aktuellen Ikonographie des Religiösen VII
Videoclips XXXI
Die ewige Widerkehr oder eine Echternacher Springprozession
Andreas Mertin
VIEW
Paradigmen theologischen DenkensAuf der Suche nach einem für mich heute
tragfähigen und sagfähigen Glauben. Teil III
- Die 'anatheistische' religiöse Denkbewegung nach Richard Kearney
- Weitere anatheistische Annäherungen an Gott
- Anatheismus und Kant
- Gott als 'Horizont' des menschlichen Denkens
Das Dilemma des Redens und Schweigens
Offenbarungs- und Versöhnungsaspekte christlicher Theologie
Matthias Giesel
Ein Kreuz bleibt leer
Vom Für uns zum Miteinander – eine neue Deutung des Todes Jesu
Hans-Jürgen Benedict
RE-VIEW
Kultur des Digitalen und protestantische GestaltNotwendige Anmerkungen
Andreas Mertin
Pro Domo
Buchvorstellungen
Andreas Mertin
Religion und Medien
Rezensionen
Andreas Mertin
Aus der Anderen Bibliothek
Anmerkungen und Vorstellungen
Andreas Mertin
Die 'ideale' Kirche
Ein Projekt und (k)ein Zeichen
Andreas Mertin
POST
Luther als Nerd. Oder: die ultimative VerschwörungZur aktuellen Ikonographie des Religiösen VII
Videoclips XXXI
Die ewige Widerkehr oder eine Echternacher Springprozession
Andreas Mertin
Label:
Theomag
02 März 2012
Religion als Kundenorientierung
Die Kirche habe »oftmals nur mit dem Finger auf Verantwortungsträger gezeigt«, sagte EKD-Ratsmitglied Marlehn Thieme, die Direktorin der Deutschen Bank ist. Die Kirche müsse einsehen, dass es »Funktionseliten in dieser Gesellschaft« gibt. Es gelte, das Evangelium ihren Bedürfnissen entsprechend zu verkündigen.
Ja, genau das hat Karl Barth gemeint, als er schrieb: Religion ist Unglaube!
Ja, genau das hat Karl Barth gemeint, als er schrieb: Religion ist Unglaube!
Label:
Kritik
27 Februar 2012
19 Februar 2012
Konfessionskunde
Aus der gestrigen Diskussion im Forum von tageschau.de als die Frage aufkam, ob nicht Alt-Bischof Huber neuer Bundespräsident werden könnte:
Label:
Personalia
01 Februar 2012
Heft 75 von tà katoptrizómena ist erschienen!
trägt den Titel
Politik - Ästhetik - Theologie
und enthält folgende Beiträge:
VIEW
Ästhetik und PolitikOder: Was das letzte Heft mit diesem verbindet
Andreas Mertin
Die Politik der Ästhetik
Ein Versuch, von Jacques Rancière zu lernen
Andreas Mertin
Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen
Fünfzehnter Brief
Friedrich Schiller
Autonomie und Ökonomie - Urteilskraft und Verantwortung
Eine Kritik
Frauke Annegret Kurbacher
Die Relevanz des Mediums
Ästhetische Betrachtungen zum Umgang der Kirche mit neuen Medien
Matthias Giesel
RE-VIEW
Wunder in Kunst, Wissenschaft und ReligionÜberlegungen anlässlich einer Ausstellung
Andreas Mertin
Paratanz
Zum Verhältnis von Tanz und Wahnsinn
Karin Wendt
POST
Videoclips XXXFuckin' Perfect - Stereo
Andreas Mertin
Imprimatur
Eine Posse
Andreas Mertin
Label:
Theomag
23 Januar 2012
22 Januar 2012
Zu Recht(s)
Pfarrer Georg Alois Oblinger, "ein erzkatholischer Lügenbold", wurde von seinem Augsburger Bischof mit einem Schreibverbot belegt, das vor allem auf seine Publikationstätigkeit bei der Junge Freiheit zielt. Völlig zu Recht - wie ich meine. Was dort von ihm zu lesen war, war entweder billige Polemik, larmoyantes Geschreibsel oder schlichtweg gelogen - wie etwa seine Ausführungen über die Bibel in gerechter Sprache.
Nun herrscht große Aufregung unter den rechten Schreibern dieser Republik wie der kritische Blog Episodenfisch berichtet. Die Rechten wähnen das Grundrecht auf Meinungsfreiheit eingeschränkt. Das sehe ich nicht so. Entweder bekennt man sich zum Evangelium Jesu Christi - dann hat man auf den Seiten der Jungen Freiheit nichts verloren - oder es ist einem der rechtsrevolutionäre Chic lieber - dann sollte man aufs Pfarramt verzichten. Beides zugleich geht nicht!
Wenn aber, wie die Apologeten des Herrn Oblinger meinen, seine Artikel in der Jungen Freiheit geradezu vorbildlich für die rechte katholische Lehre seien, dann lässt das tief blicken - zumindest was das gestörte Verhältnis zur Wahrheit betrifft.
Nun herrscht große Aufregung unter den rechten Schreibern dieser Republik wie der kritische Blog Episodenfisch berichtet. Die Rechten wähnen das Grundrecht auf Meinungsfreiheit eingeschränkt. Das sehe ich nicht so. Entweder bekennt man sich zum Evangelium Jesu Christi - dann hat man auf den Seiten der Jungen Freiheit nichts verloren - oder es ist einem der rechtsrevolutionäre Chic lieber - dann sollte man aufs Pfarramt verzichten. Beides zugleich geht nicht!
Wenn aber, wie die Apologeten des Herrn Oblinger meinen, seine Artikel in der Jungen Freiheit geradezu vorbildlich für die rechte katholische Lehre seien, dann lässt das tief blicken - zumindest was das gestörte Verhältnis zur Wahrheit betrifft.
Label:
Kritik
24 Dezember 2011
Frohe Weihnachten!
Das Magazin für Kunst | Kultur | Theologie | Ästhetik
wünscht allen Leserinnen und Lesern
ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!
wünscht allen Leserinnen und Lesern
ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!
Label:
Theomag
01 Dezember 2011
Heft 74 von tà katoptrizómena ist erschienen!
trägt den Titel
75 Jahre danach: Kunst und Kirche
und enthält folgende Beiträge:
EDITORIAL
Die Evangelische Kirche und die Kunstpolitik der Nationalsozialisten
Andreas Mertin
Gottbegnadet oder Künstlergenie?
Zur Geschichte einer Sprachfloskel
Andreas Mertin
Je nach Passepartout
Die Kunst der Kirche - Eine Synopse
Andreas Mertin
Ohne Konsequenzen?
Zur Pathologie des Verhältnisses von Kunst und Kirche
Andreas Mertin
Zum 60. Todestag Josef Bohuslav Foersters
Susanne Dammann
Die Farbe hat sie
Gotthard Graubner. Malerei. Gespräch mit Josef Albers
Barbara Wucherer-Staar
Farben stehen nicht gern allein
Stichworte zur Farbfeldmalerei von Ulrich Erben
Barbara Wucherer-Staar
Am Anfang war das Wort
Zur aktuellen Ikonographie des Religiösen VI
Andreas Mertin
Der Protestantismus ist ein Papiertiger
... und möchte es gerne bleiben
Andreas Mertin
Besprechungen ausgewählter Musikclips
Andreas Mertin
Gelobt sei San Keller!
Geschichten, die das Leben schreibt
Andreas Mertin
VIEW
Verstrickung oder Komplizenschaft?Die Evangelische Kirche und die Kunstpolitik der Nationalsozialisten
Andreas Mertin
Gottbegnadet oder Künstlergenie?
Zur Geschichte einer Sprachfloskel
Andreas Mertin
Je nach Passepartout
Die Kunst der Kirche - Eine Synopse
Andreas Mertin
Ohne Konsequenzen?
Zur Pathologie des Verhältnisses von Kunst und Kirche
Andreas Mertin
RE-VIEW
Zwischen Smetana und Mahler, Adler und RieglZum 60. Todestag Josef Bohuslav Foersters
Susanne Dammann
Die Farbe hat sie
Gotthard Graubner. Malerei. Gespräch mit Josef Albers
Barbara Wucherer-Staar
Farben stehen nicht gern allein
Stichworte zur Farbfeldmalerei von Ulrich Erben
Barbara Wucherer-Staar
Am Anfang war das Wort
Zur aktuellen Ikonographie des Religiösen VI
Andreas Mertin
Der Protestantismus ist ein Papiertiger
... und möchte es gerne bleiben
Andreas Mertin
POST
Authentizitätskultur? - Videoclips XXIXBesprechungen ausgewählter Musikclips
Andreas Mertin
Gelobt sei San Keller!
Geschichten, die das Leben schreibt
Andreas Mertin
Label:
Theomag
15 November 2011
Vorsicht Ratgeber!
Um die Ratgeber-Literatur in Buchhandlungen mache ich immer einen großen Bogen, denn nur in den seltensten Fällen geben diese Bücher wirklich sinnvolle Ratschläge. Ähnlich scheint es aber auch dort zu sein, wo Kirchen von Kunstvermittlern in Sachen Ästhetik beraten werden. Unter der Überschrift "Museumsdirektor wünscht sich mehr Farbe in der evangelischen Kirche" verbreitet epd-Niedersachen ein Kurzinterview mit Wolfgang Schepers, dem Direktor des Hannoveraner Kestner-Museums. Und dieser rät der evangelischen Kirche, doch auf ihre langweiligen Farben zu verzichten und mehr Bilder zu zeigen. Protestantische Farben wie Lila erinnerten doch zu sehr an Buße und wer wolle das heutzutage schon hören?
Da hätte ich doch noch radikalere Vorschläge: Wer will heute noch etwas von der Lehre vom Kreuz hören? Verzichten wir doch auch darauf und predigen gleich eine Wellness-Religion. Und Kult-Bilder? Ja, sie sind in den zehn Geboten verboten, aber wen kümmert schon Gottes Wort? Fragt sich nur, warum landauf, landab die Galerien und Museen sich nicht an Schepers Zehn Gebote der Präsentationsästhetik halten und den White Cube zur standardisierten Präsentationsform erhoben haben? Alles verkappte Reformierte? Vermutlich!
Da hätte ich doch noch radikalere Vorschläge: Wer will heute noch etwas von der Lehre vom Kreuz hören? Verzichten wir doch auch darauf und predigen gleich eine Wellness-Religion. Und Kult-Bilder? Ja, sie sind in den zehn Geboten verboten, aber wen kümmert schon Gottes Wort? Fragt sich nur, warum landauf, landab die Galerien und Museen sich nicht an Schepers Zehn Gebote der Präsentationsästhetik halten und den White Cube zur standardisierten Präsentationsform erhoben haben? Alles verkappte Reformierte? Vermutlich!
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Kritik
30 Oktober 2011
Ich protestiere!
Was muss man sich noch alles von dieser langsam dahinsterbenden Volkskirche bieten lassen? Kennt sie denn keine Grenzen der Scham, hat sie kein Stück theologisches Selbstwertgefühl?
Aktuell eröffnet die EKD-Seite mit folgendem Teaser: "Am Reformationstag 2011 wird die mediale Vermittlung des Evangeliums neu erfunden: Mit Segelflieger-Flashmobs will die Evangelische Kirche in Deutschland Segen von oben auf die Menschen herabfliegen lassen. Etwas sanfter als Luther, der seine Thesen angeblich mit Hammer und Nägeln befestigte. Damals wie heute gilt für Protestanten: Auf das Wort kommt es an. Doch darüber nachdenken muss jeder selbst."
Ja, genau so wird die Vermittlung des Evangeliums neu erfunden! Weil die Verkündigung des Wortes Gottes bisher nicht funktionierte und alle Gottesdienste und aller Religionsunterricht vergeblich waren, versuchen wir es jetzt mit Papierfliegern. Da schämt man sich doch in Grund und Boden.
Einen Satz wie: Das Medium der Reformation ist im Prinzip seit Luther gleich geblieben: Papier halte ich nun für unmittelbar häretisch. Nein, die szenische Erinnerung an das, was uns die Heilige Schrift verkündet, ist das Medium, in dem das christliche Wahrheitsbewusstsein gegeben und mitgeteilt wird. Alles andere sind bloß Papiertiger. Und die können mir gestohlen bleiben.
Label:
Kritik
Geballter Unsinn
Auf ZEITonline schreibt Maximilian Probst über die Problematik des Tyrannenmordes am Beispiel der Tötung von Gadhafi. Und er holt weit aus, um seine Argumentation zu stützen. Tyrannenmord ist problematisch und erzeugt selber wieder Gewalt - so seine These. Und in den Leserbriefen erntet er entschiedene Zustimmung.
Seine Argumentation ist freilich mehr als abenteuerlich, sie stimmt hinten und vorne nicht. Zunächst einmal geht es beim Tyrannenmord nicht um den Mord an einem Menschen, der einmal Tyrann gewesen ist, sondern um den Mord an einem herrschenden Tyrannen. Das war im vorliegenden Beispiel nicht (mehr) der Fall. Gadhafi war gefangen, als er zu Tode kam. Es handelt sich also vermutlich um einen Racheakt an einem früheren Tyrannen, der von keiner Rechtsposition gedeckt ist. Was es aber nicht war: ein Tyrannenmord.
Probst verweist nun auf - wie er so schön schreibt - archaische Beispiele, die die Problematik des Ganzen zeigen sollen. Und natürlich ist das Alte Testament voller solcher Geschichten. Klar, wenn schon falsch argumentieren, dann aber richtig.
Judith etwa sei eine Rächerin, die einen Tyrannen ermordet habe. Nun, das Judithbuch ist eine deuterokanonische Erzählung eines unterdrückten Volkes, die mit historischen Realitäten wenig zu tun hat (und dies auch in der Erzählung deutlich macht). Judith tötet keinen Tyrannen, sondern einen feindlichen Feldherrn, der gerade mit einer Übermacht die kleine Stadt, in der sie lebt, bedroht. Tyrannenmord ist der Aufstand des Volkes gegen den eigenen Herrscher. Damit hat Judith aber auch gar nichts zu tun. In der Poetik des Judithbuches rettet der Einsatz einer einzelnen Frau einem ganzen Volk die Freiheit und verhindert zahlreiche Tote. Dies mit der Tötung Gadhafis in Zusammenhang zu bringen ist geballter Unsinn und fördert bloß Vorurteile.
Gadhafis Tod in der Gefangenschaft ist ein Skandal, aber er wird untersucht und beurteilt werden.
Seine Argumentation ist freilich mehr als abenteuerlich, sie stimmt hinten und vorne nicht. Zunächst einmal geht es beim Tyrannenmord nicht um den Mord an einem Menschen, der einmal Tyrann gewesen ist, sondern um den Mord an einem herrschenden Tyrannen. Das war im vorliegenden Beispiel nicht (mehr) der Fall. Gadhafi war gefangen, als er zu Tode kam. Es handelt sich also vermutlich um einen Racheakt an einem früheren Tyrannen, der von keiner Rechtsposition gedeckt ist. Was es aber nicht war: ein Tyrannenmord.
Probst verweist nun auf - wie er so schön schreibt - archaische Beispiele, die die Problematik des Ganzen zeigen sollen. Und natürlich ist das Alte Testament voller solcher Geschichten. Klar, wenn schon falsch argumentieren, dann aber richtig.
Judith etwa sei eine Rächerin, die einen Tyrannen ermordet habe. Nun, das Judithbuch ist eine deuterokanonische Erzählung eines unterdrückten Volkes, die mit historischen Realitäten wenig zu tun hat (und dies auch in der Erzählung deutlich macht). Judith tötet keinen Tyrannen, sondern einen feindlichen Feldherrn, der gerade mit einer Übermacht die kleine Stadt, in der sie lebt, bedroht. Tyrannenmord ist der Aufstand des Volkes gegen den eigenen Herrscher. Damit hat Judith aber auch gar nichts zu tun. In der Poetik des Judithbuches rettet der Einsatz einer einzelnen Frau einem ganzen Volk die Freiheit und verhindert zahlreiche Tote. Dies mit der Tötung Gadhafis in Zusammenhang zu bringen ist geballter Unsinn und fördert bloß Vorurteile.
Gadhafis Tod in der Gefangenschaft ist ein Skandal, aber er wird untersucht und beurteilt werden.
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Kritik
28 Oktober 2011
Die Wiederkehr der Religion
J.M. Coetzee in der NZZ über die Wiederkehr der Religion:
"Nach wie vor überraschend und beängstigend ist freilich die Tatsache, dass die Religion heute in Formen zurückkehrt, die dem Intellekt derart feindlich sind. Es ist, als hätten Jahrhunderte intelligenten und oft tiefschürfenden theologischen Denkens (ich spreche hier von der jüdisch-christlichen Tradition, der einzigen, mit der ich wirklich vertraut bin) keinerlei Wirkung gezeitigt; als wäre nichts davon aus den Universitäten und theologischen Schulen ins Leben der gewöhnlichen Gläubigen gedrungen."
"Nach wie vor überraschend und beängstigend ist freilich die Tatsache, dass die Religion heute in Formen zurückkehrt, die dem Intellekt derart feindlich sind. Es ist, als hätten Jahrhunderte intelligenten und oft tiefschürfenden theologischen Denkens (ich spreche hier von der jüdisch-christlichen Tradition, der einzigen, mit der ich wirklich vertraut bin) keinerlei Wirkung gezeitigt; als wäre nichts davon aus den Universitäten und theologischen Schulen ins Leben der gewöhnlichen Gläubigen gedrungen."
Label:
Ansicht
04 Oktober 2011
01 Oktober 2011
Heft 73 von tà katoptrizómena ist erschienen!
trägt den Titel
Von Höhlen und Inseln
und enthält folgende Beiträge:
EDITORIAL
Die 54. Biennale in Venedig
Spaziergänge auf der Insel der Kunst
Andreas Mertin
Höhlen und Lichter
Tintoretto - Drei Gemälde
Andreas Mertin
Gattungshöhlen der Menschheit
Vom Sinn und Nutzen der Museen
Andreas Mertin
Henner Herrmanns
Glimmers in the Dark
Cinema, Religion, and Paleolithic Cave Art
Anthony R. Mills
Christliche Hoffnung angesichts des Todes
- Teil I
- Teil II
Stefan Schütze
„Da ist das Meer so groß und weit ...“
Vier Seepredigten über Natur-und Glaubenserfahrung
Hans-Jürgen Benedict
Bericht aus dem Themenfeld Film vom Kirchen-Kultur-Kongress
Dietmar Adler
Illusionen von Wirklichkeit
Joel Sternfeld – Farbfotografie seit 1970
Barbara Wucherer-Staar
Partizipation
ALL-OVER Magazin für Kunst und Ästhetik
Karin Wendt
Kunst im Leben der Kirche
Eine kritische Auseinandersetzung
Andreas Mertin
Videoclips XXVIII
Besprechungen ausgewählter Musikclips
Andreas Mertin
Warum ich nicht am Kulturkongress der EKD teilgenommen habe
Andreas Mertin
Geschichten von Herrn Tur Tur
Konfessionsnarreteien
Andreas Mertin
VIEW
Die 54. Biennale in VenedigSpaziergänge auf der Insel der Kunst
Andreas Mertin
Höhlen und Lichter
Tintoretto - Drei Gemälde
Andreas Mertin
Gattungshöhlen der Menschheit
Vom Sinn und Nutzen der Museen
Andreas Mertin
- Pausanias: Die Höhle des Trophonius
- Richard Volkmann: Timarchos in der Höhle des Trophonius
Henner Herrmanns
Glimmers in the Dark
Cinema, Religion, and Paleolithic Cave Art
Anthony R. Mills
Christliche Hoffnung angesichts des Todes
- Teil I
- Teil II
Stefan Schütze
„Da ist das Meer so groß und weit ...“
Vier Seepredigten über Natur-und Glaubenserfahrung
Hans-Jürgen Benedict
RE-VIEW
Kirche und Film - eine BaustelleBericht aus dem Themenfeld Film vom Kirchen-Kultur-Kongress
Dietmar Adler
Illusionen von Wirklichkeit
Joel Sternfeld – Farbfotografie seit 1970
Barbara Wucherer-Staar
Partizipation
ALL-OVER Magazin für Kunst und Ästhetik
Karin Wendt
Kunst im Leben der Kirche
Eine kritische Auseinandersetzung
Andreas Mertin
Videoclips XXVIII
Besprechungen ausgewählter Musikclips
Andreas Mertin
POST
Ars gratia artisWarum ich nicht am Kulturkongress der EKD teilgenommen habe
Andreas Mertin
Geschichten von Herrn Tur Tur
Konfessionsnarreteien
Andreas Mertin
Label:
Theomag
31 Juli 2011
Heft 72 von tà katoptrizómena ist erschienen!
trägt den Titel
Krankheit und Gesundheit
und enthält folgende Beiträge:
EDITORIALVIEW
Wie kann man über sein Leiden lachen?Die Verarbeitung von Krankheit und Endlichkeit mit Humor: Beispiele aus dem Werk Robert Gernhardts
Hans Martin Dober
Grasbüschel
mit Zeichnungen von Benita Joswig und Barbara Bux
Krankheit und Gesundheit im Blätterwald der Zeitschriften
Eine kultursoziologische und religionshermeneutische Analyse
Christian Mulia
„A Beautiful Mind“
Krankheit und Gesundheit im Film
Inge Kirsner
Krankheit und Gesundheit bei Nick Cave
Matthias Surall
Darf man heute überhaupt noch krank sein?
Die Bedeutung der Rechtfertigung für die Werbung
Denise Groth
RE-VIEW
Von einem, der auszog, das Fürchten zu lehrenOder: Was passiert, wenn man Islamkritiker wörtlich nimmt
Andreas Mertin
Last Day Angel
Zur aktuellen Ikonographie des Religiösen V
Andreas Mertin
Next Eminem
Ein Blick auf 'Space Bound'
Andreas Mertin
POST
Ganz AltesEine Glosse
Andreas Mertin
Label:
Theomag
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